#dunkbar - Nr. 11: Sebastian Günther koordiniert das Schiedsrichter-Mentoring im BVSA

Dienstag, 25. Mai 2021

#dunkbar 11: Sebastian Günther koordiniert das Schiedsrichter-Mentoring im BVSA // Grafik: BVSA

In der elften Ausgabe von #dunkbar bringt euch BVSA-Freiwilligenkoordinator Franz Bender die nächste ehrenamtlich tätige Person aus unserer Basketball-Familie im traditionellem Interviewformat näher.

Auf diesem Wege möchten wir weiterhin einen wichtigen Teil zur Anerkennungskultur des Ehrenamts im BVSA beitragen und Euch Personen näherbringen, die Ihr vielleicht noch nicht persönlich getroffen habt oder die Euch nur aus Spielberichten, dem Saisonheft oder E-Mail-Verteilern bekannt sind. Außerdem wird #dunkbar auch Einblicke in die unterschiedlichsten Aufgabenfelder von Ehrenamtlichen gewähren und ihre ganz persönliche Geschichte schildern. Gerne können Personen für diese Kategorie bei der BVSA-Geschäftsstelle vorgeschlagen werden.

In der aktuellen Ausgabe von #dunkbar stellen wir euch Sebastian Günther vom TV "Gut Heil" Zerbst vor.

Carsten Straube & Sebastian Günther bei einem gemeinsamen Schiedsrichtereinsatz // Foto: BVSAWie bist du zu deinem Ehrenamt gekommen? Wer hat dich angeworben?

Der Grundstein für mein Engagement wurde im Fußball gelegt. Ich war bereits mit 15 Jahren als ehrenamtlicher Trainer im Jugendbereich tätig, habe mich aber nebenbei sehr für Basketball interessiert und war deshalb regelmäßig bei den Spielen der GISA Lions. Mir ist immer wieder das akkurate und stilvolle Auftreten der Basketball-Schiedsrichter aufgefallen. Das war kein Vergleich zu dem, was ich aus dem Fußball kannte. Auch der Respekt und die Akzeptanz gegenüber den Referees war deutlich größer. Das fand ich so cool, dass ich mich - ich glaube, ich war 18 oder 19 Jahre alt- zum Schiedsrichter-Lehrgang angemeldet habe.

Ein Jahr später konnte ich den LSD-Lehrgang erfolgreich abschließen und anschließend ging es bergauf für mich: zuerst im “Jugend trainiert für Olympia“-Finale in Berlin, ein halbes Jahr später beim Bundesjugendlager in Heidelberg und dann in der Oberliga. Doch dann wagte ich einen radikalen Schritt und habe abrupt aufgehört als Basketball-Schiedsrichter aktiv zu sein.
Es war damals eine komplizierte Zeit für mich und manche Sachen liefen nicht, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich war parallel als Fußball-Trainer und Basketball-Schiedsrichter aktiv und musste mich letztendlich für eine Sache entscheiden. Deshalb habe ich dem Basketball den Rücken gekehrt und mich auf den Fußball konzentriert.
Mit 28 Jahren war ich dann - nach vielen Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit im Fußball - so ausgebrannt, dass ich eine Pause brauchte und auch die Trainertätigkeit im Fußball aufgab. Das gab mir Zeit nachzudenken. Nach kurzer Zeit wurde jedoch der Wunsch stärker wieder zur Pfeife zu greifen und ich befürchtete, ich hatte damals eine falsche Entscheidung getroffen und mir ins eigene Fleisch geschnitten. Vor zwei Jahren hatte ich dann mein Comeback als Basketball-Schiedsrichter. Wenn gerade keine Pandemie ist, leite ich nun wieder Spiele in der Landes- und Oberliga. Neben dem Ehrenamt als Schiedsrichter gab mir der BVSA auch die Möglichkeit, meine Erfahrung aus beiden Sportarten in der Konzeptionierung eines Schiedsrichter-Mentoring-Programms einzubringen. So wurde ich dann Initiator und Koordinator für das Pilot-Projekt Schiedsrichter-Mentoring.

Wie sieht dein Ehrenamt aus? Aus welchen Aufgaben setzt es sich zusammen?

Neben der Arbeit als Schiedsrichter, die natürlich zahlreiche Aufgaben beinhaltet, liegt mir das Pilot-Projekt besonders am Herzen. Dieses Projekt sorgt dafür, dass jeder Referee, der den LSE-Lehrgang besteht, für mindestens ein Jahr einen Mentor bekommt, der etwas Schützenhilfe leistet. Als Koordinator dieses Projekts bin ich dafür verantwortlich Mentoren zu finden und diese bestmöglich auf ihre Aufgaben vorzubereiten. Es ist uns sehr wichtig Rookie-Schiedsrichter den Rücken zu stärken und ihnen für die ersten 5 -10 Spiele ein vertrautes Gesicht an die Seite zu stellen, was viele Fragen beantworten kann, die eingangs auftauchen. Aus diesem Grund übernehme ich auch die Tandem-Ansetzungen in Kooperation mit Hannes Eley und Olli Krösch. Zudem stehe ich den Vereinen als Ansprechpartner zur Verfügung und versuche die Verantwortlichen zu pushen, Mentoren und Referees in den eigenen Reihen zu finden. Aktuell organisiere ich zusammen mit Hannes die LSE Online-Seminare, denn wir wollen auch während der Pandemie die Rookie-Schiedsrichter bei der Stange halten.

Wie viel Zeit investierst du?

Während der Pandemie investiere ich deutlich weniger Zeit, das ist klar. Aber pro Woche kommen immerhin noch ca. zehn Stunden zusammen. Während des Spielbetriebs ist es natürlich mehr. Ich schätze 10 -15 Stunden pro Woche. Das schwankt immer mal, je nachdem wie die sehr zeitaufwendigen Tandem-Ansetzungen laufen.

Was macht dir Spaß und was ärgert dich?

Andere Mannschaften, Spieler und Ehrenamtliche kennenzulernen macht mir großen Spaß. Ich muss sagen, ich bin einfach gern unterwegs und komme viel herum. Wenn man immer wieder neue Leute kennenlernt und daraus echt Freundschaften entstehen, ist das einfach eine tolle Sache. Junge Schiedsrichter zu begleiten und ihnen Sicherheit zu vermitteln, der Umgang mit den unterschiedlichsten Leuten und andere Sichtweisen kennenlernen bereitet mir am meisten Freude.
Was mich ärgert? Da muss ich kurz überlegen. In manchen Situationen des Mentoring-Projekts vermisse ich etwas die Eigeninitiative. Außerdem bin ich sehr zielstrebig. Da ärgert es mich, wenn ich als Referee nicht 100% meiner Leistung abrufen kann. Das wurmt mich ziemlich.

Was machst du eigentlich neben dem Basketballfeld?

Beruflich bin ich seit drei Jahren Leiter einer Kindertagesstätte und verantwortlich für 17 Mitarbeiter und 100 Kinder. Zuvor habe ich als Erzieher gearbeitet.
Ich treibe gern Sport. Ich fahre Fahrrad, gehe ins Fitnessstudio und zwei Mal die Woche laufen. Wenn man als Schiedsrichter konditionell nicht hinterherkommt, kann man sich schlechter konzentrieren und macht automatisch Fehler. Je fitter man körperlich ist, desto fitter ist man auch im Kopf.
Mein neustes Hobby ist mein Haus, was ich kürzlich gekauft habe und was bis zum Sommer fertig saniert sein soll. Da gibt es noch einiges zu tun. Außerdem reise sehr gern. Im Sommer nehme ich mir dafür meist 4 Wochen Urlaub. Eine Woche davon pflege das Ritual mich mit Freunden an der Ostsee zutreffen. Das ist mir ganz wichtig.

Warum Basketball? Oder könntest du dir eine ehrenamtliche Tätigkeit in einem anderen Genre vorstellen?

Aktuell kann ich mir keine andere ehrenamtliche Tätigkeit vorstellen. Warum? Es ist ein bisschen schwierig, das zu umschreiben. Ich fühle mich in der Halle und im Schiedsrichter-Dress einfach wohl. Und ich habe das Gefühl im Basketball existiert eher ein mit- statt ein gegeneinander.
Ein gutes Beispiel dafür ist die Arbeit in der Schiedsrichter-Kommission. Sie besteht aus einem festen Team: Hannes Eley, Olli Krösch, Carsten Straube und mir. Und trotz der unterschiedlichen Erfolge und Erfahrungen jedes Einzelnen findet ein Austausch auf Augenhöhe statt.

Wenn du einen Wunsch für den Basketball in Sachsen-Anhalt frei hättest, wie würde dieser lauten?

Ganz einfach: Dass wir alle in der nächsten Saison wieder anfangen können Basketball zu spielen bzw. zu trällern.

Das Interview führte Franz Bender (Freiwilligenkoordinator BVSA).

Franz Bender BVSA Freiwilligenkoordinator E-Mail: ehrenamt@bvsa.de

Tags: Szene News Blog Übersicht

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